Ob Profi oder Amateur, es sind diese Spiele, für die man als Sportler lebt. Aus dem Oberallgäu haben es in den letzten Jahren viele Mannschaften in die Landesliga geschafft und dort für die Allgäuer Derbys gesorgt. Den Handballern des TSV Sonthofen blieb dies leider verwehrt. Dennoch gibt es nach langer Zeit mal wieder ein Derby zwischen den beiden ersten Herren Mannschaften des TSV Sonthofen und der SG Kempten-Kottern. Anwurf ist am Samstag um 20 Uhr in der Kottener Westendhalle.


In beiden Lagern kann man sich vermutlich auch noch an die legendären Aufstiegsplayoffs zwischen Kottern und Sonthofen erinnern. Besonders Bernd Schlober und Kapitän Stefan Ostenrieder sollte dies noch in Erinnerung sein. Nach zwei Nervenaufreibenden Spielen setzten sich damals die Sonthofer durch.
Mittlerweile herrschen jedoch andere Vorzeichen. Als Favorit wird sicherlich die SG in die Partie gehen. Die Mannschaft um Trainer und Ex-Profi Elmar Romanesen hat sich den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga zum Ziel gesetzt. Dieser Ansage ließ man auch direkt Taten folgen und startete mit teils sehr deutlichen Siegen in die Saison. Besonders der ungefährdete Sieg gegen den letztjährigen Tabellenzweiten Weilheim und das Schützenfest (38:23) gegen die SG Kaufbeuren/Neugablonz haben Eindruck bei Trainer Roman Polyfka hinterlassen „das wird eine ganz schwierige Aufgabe am Samstag. Die SG hat mehrmals ihre Heimstärke unter Beweis gestellt.“

Das Polyfka die Ziele seiner Mannschaft vor der Saison doch etwas defensiver formuliert hat, liegt vorallem an der Personalsituation. „Leider sind uns verletzungsbedingt einige wichtige Spieler weggefallen, die erst im Laufe der Saison zurückkommen, deshalb wollen wir in der Hinrunde so viele Punkte sammeln wie es geht, sind aber nicht unter Druck.“  Umso erfreulicher ist es natürlich, dass man bereits 3 Spiele gewonnen hat. Nur die Niederlage gegen Gröbenzell schmerzt Kapitän Stefan Ostenrieder „da haben wir eine Halbzeit weit unter unserem Niveau gespielt“.

Dennoch wird man einen harten Schlagabtausch erwarten, wenn der aktuelle dritte auf den fünften trifft. Hart aber nicht unfair agierend erwartet Trainer Polyfka den Gegner am Samstag „Wir stellen uns auf ein umkämpftes Spiel ein, die eigenen Fehler zu minimieren wird der Schlüssel zum Erfolg sein.“ Das wird auch zwingend notwendig sein. Der TSV hat bewiesen, er kann jede Mannschaft schlagen. Allerdings nur, wenn die eigene Leistung über 60 Minuten abgerufen wird. Dass man sich nicht kampflos geschlagen geben wird, machen solche Aussagen von Trainer und Kapitän deutlich. „Wir fahren nach Kempten um zu gewinnen, oder zumindest um so lange wie möglich das Spiel offen zu gestalten“, so Kapitän Ostenrieder.
Wie das geht, haben zuletzt der Aufsteiger aus Biessenhofen und der TSV Gilching bewiesen.


Außerdem hat so ein Derby ja bekanntlich seine eigenen Gesetze.